Begleitungen sind möglich

Mühlacker Tagblatt vom 22.02.2021

Wie Hospizarbeit, also die Begleitung Schwerkranker, Sterbender und Angehöriger, in der Pandemie funktioniert, beschreibt Dr. Johannes Bastian vom Hospizdienst Östlicher Enzkreis.

Von Sina Willimek

Wie hat sich die Hospizarbeit insgesamt durch die Pandemie verändert?

Die Nachfragen nach Begleitung sind deutlich rückläufig, zum einen, weil sich Angehörige nicht trauen, zum anderen aber auch, weil ein Teil unserer Begleiterinnen und Begleiter altersbedingt das Risiko einer Infektion scheut.

Wie viele Mitarbeiter und Ehrenamtliche arbeiten beim Hospizdienst Östlicher Enzkreis? Gibt es auch jetzt genügend freiwillige Helfer?

Insgesamt etwa 35. Da zur Zeit weniger nachgefragt wird, können wir die erbetenen Begleitungen unter den obligatorischen Schutzmaßnahmen übernehmen. Bisher mussten wir noch keinen Wunsch nach Begleitung ablehnen.

Wie wird das Angebot angenommen?

Nur sehr zögerlich, weil auf beiden Seiten Angst vor einer Ansteckung besteht.

In der ersten Corona-Welle war es zeitweise nicht möglich, Sterbende zu begleiten. Wie ist die Situation heute?

Im Vergleich zum Vorjahr sind Begleitungen speziell in den stationären Einrichtungen durch angepasste Vorsichtsmaßnahmen und Schnelltests möglich.

Können auch Angehörige derzeit Sterbende begleiten beziehungsweise besuchen?

Das hängt von den Vorgaben der einzelnen Einrichtungen ab, auch vom Infektionsgeschehen vor Ort. Im Übrigen sollten für Angehörige die gleichen Bedingungen gelten wie für hospizliche Begleitungen.

Warum ist Hospizarbeit auch – oder vielleicht gerade – in Pandemiezeiten wichtig?

Wir haben erleben müssen, dass viele Menschen besonders in den Pflegeheimen sehr einsam ohne Kontakt zu ihren Angehörigen verstorben sind. Auch für Angehörige war es natürlich schwer, nicht Abschied nehmen zu können. Einsamkeit fördert Angst, die ein friedvolles Sterben nahezu unmöglich macht. Mit unserem Angebot hätten solche Situationen vermieden werden können.

Wie gehen Sterbende und deren Angehörige mit den Einschränkungen um, und welche Angebote gibt es für Trauernde?

Hierzu fällt mir nur das Wort Verzweiflung ein. Leider ist auch das Angebot unseres Angebot unseres Begegnungscafés für Trauernde zurzeit nicht aufrecht zu halten. Aber im Bedarfsfall kann ein Trauergespräch über unsere Telefonnummer 07041/8153689 vereinbart werden.

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